Mittwoch, 1.6.05 - 4 Lebenswege

In den Holzblöcken sind Gebilde entstanden. Manche Teilnehmer sind bereits mit einem fertigen Entwurf nach Bergen gekommen. Zum Beispiel Damià. Er schlägt einen Schlüssel in das Holz, dessen Bart aus zwei Bleistiften besteht. Bildung und Kultur seien der Schlüssel zu einer besseren Zukunft, erklärt er und zitiert Platon: Der Weise macht nichts Schlechtes, weil das Schlechte die Frucht der Unwissenheit ist. Bei anderen entsteht aus der Improvisation ein Muster. Bei Malgorzata erinnert es an ei-nen gotischen Dom. Petr überzieht seinen Holzblock mit einem Straßennetz. An manchen Stellen ist es unterbrochen - die Folgen des Krieges. Tomás hat tiefe Furchen in den Stamm gehauen: Lebenswege, die mal auf, mal ab gehen, sich kreuzen und vor die Wahl der Richtung stellen. Es ist Zeit für die zweiten Drucke. Als sie im Festsaal zu den ersten Drucken gehängt werden, offenbart sich der Weg von der Abstraktion zum Konkreten: zum Symbol, zur Schrift, zur Formel. In den Arbeiten spiegelt sich die Geschichte der Menschheit wider. Zufall? "Es gibt Dinge, die sich der Planung entziehen und geschehen", sagt Hundrich.